Berichte

Skifahrt Bonner Hütte 27.02 bis 13.03 2011
Über alle Berge zum Märchenschatz der Familiengruppe Schleiden
Winterliche Adventsfeier der Familiengruppe
Alpinkids werden vorbereitet
Heiß auf Eis
Tourengruppe in den Berner Alpen
Tourengruppe im Klettergarten
Familiengruppe in Schnee, Sturm und Schiefer
Felsklettern im Aaregranit - Bilder und Impressionen
Bonn auf dem Dach der Welt, dem Mount Everest
Familiengruppe auf Vulkan- und Wassertouren
Ausbildungsreferent Bernd Eilers unterstützt Familienklettern und sichert Nachwuchs in der Sektion Bonn
40. Geburtstag der Bonner Hütte
Bilder von der 75-Jahrfeier der Bonn-Matreier Hütte (10. - 12. August 2007)
Bergferien 2008 - Kinder kommt in die Berge!
Klettern und Bergsteigen im Granit
"Man muss so gehen, wie's Herze schnauft" - Bericht vom Venediger Höhenweg
Bergsteigen über dem Saastal mit der Tourengruppe
Skifahrt Bonner Hütte 2008

Familiengruppe mit Kleinkindern

- Familiengruppe mit Kindern in der Kletterhalle
- Wie lernen Kinder Kartenlesen?
- Kleinkinder klettern
- Hüttenwochenende
Durch die Hohen Tauern bei Regen, Nebel und Schnee
Auf Hohen Wegen durch das Bergell
Weitere Berichte finden Sie im ARCHIV
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Skifahrt Bonner Hütte 27.02 bis 13.03 2011
Felix Schroedter
Hoch oben über Rennweg / Kärnten empfing die Bonner Hütte uns 13 Teilnehmer zum Skitouren - und Schneeschuhgehen. Die bestehende, ausreichende Schneelage erhielt gleich am Anreisetag eine 10cm Pulverschneeauflage, die uns während der zwei Wochen bei immer tiefen Temperaturen und meistens wolkenlosem Himmel in den NO-Hängen sehr willkommen war. Halb- und Ganztagstouren wie Schwarzwand, Roter Riegel, Schereck, Teurlnock, Aineck, Stubeck auf winterlichen Anstiegen und herausfordernden Abfahrten, manchmal mit Varianten über eine sonnig gelegene Almhütte, ließen das Tourengeherherz höher schlagen. Doch dabei hielt den noch hohen Anforderungen der Senioren eine Skischuhschale und eine Tourenbindung den hohen Kräften nicht stand.
Das 10-jährige Jubiläum unseres 79 Jahre alten Skikameraden Konrad Dietrich, Sektion Fürth, wurde zusammen mit unseren sich bestens be-währenden neuen Hüttenwirtsleuten Sarah und Sigi, dem Tourismusbeauftragten Adolf Lackner sowie den ersten Wirtsleuten Maria und Herbert Genser gebührend gefeiert. Letzterer spielte virtuos begleitend mit seinem Akkordeon auf.

Die Abende verliefen bei Unterhaltung, Spielen, Singen, Diavortrag, Dia-Shows. Peter Dicke sei Dank für seinen Beamer und sein Laptop.

Sarah und Sigi sagen wir herzlichen Dank für die ideenreiche, hervorragende Bewirtung, die immer warme Dusche, die gut funktionierende Heizung, ihr immer freundliches Entgegenkommen.

Der Abreisetag kündigte sich mit Südföhn über den Bergen an. Große Nieder-schläge folgten. Die nächste Skifahrt 2012 ist noch recht fern.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Über alle Berge zum Märchenschatz der Familiengruppe Schleiden
Sigrid Braun
Der Märchencache der Familiengruppe der DAV Sektion Schleiden lockte mehr als 7 kleine Zwerge über die sieben Eifelberge nach Schleiden. Knifflige Rätsel aus der Märchenwelt mussten wir nacheinander lösen, bis wir das goldene Buch im Wald unter Moos und Farn fanden. Dank Eva-Maria und Rudi Berners aus der Familiengruppe der Sektion Schleiden sowie ihren Kindern guckten wir nicht völlig dumm aus unseren 7-Meilen-Stiefeln, sondern fanden die Notizen vom gestiefelten Kater.

Im Januar-Schnee suchten wir zwar vergeblich nach seinen Spuren, aber am Knusperhäuschen hatten Hänsel und Gretel etwas geknabbert und uns Hinweise hinterlassen. Die Nüsse des Aschenbrödel verrieten uns die GPS Koordinaten, die zum nächsten Märchenrätsel führten. Ins heimatliche Häuschen zurückgekehrt loggten wir bei Kuchen und Wein ins Internet: "Ein 7-jähriger Knabe nahm am Cache mutig den Kampf mit 2 blauen Drachen auf, die er vor einem Jahr schon meinte, losgeworden zu sein. Es bleibt das letzte Rätsel: Wie kam das gelbe Postauto in den Wald hinein - und wieder heraus?"
Wie geht's zum Schatz?
Wer neugierig ist, suche die Wegbeschreibung zum Märchencache unter www.geocaching.com: Dort auf den Link "Hide & seek a cache" gehen und auf der Seite "Seek a cache ..." in der Rubrik "Other search options" in das Feld "by cache name" die Stichworte "Über alle Berge -Märchencache" eingeben.

Der Schatz muss nach seiner Plünderung wieder befüllt werden, daher sollten die Schatzräuber kleine Tauschobjekte mitbringen, z.B. kleine Spielsachen von maximal 10 Zentimeter. Wer ahnt jetzt, was mit dem gelben Postauto geschah?

Weitere Infos zum Märchencache sind zu finden unter
https://www.alpenverein-schleiden.de/2009geocaching.htm und
https://www.alpenverein-schleiden.de/2011maerchencache.htm.
Die GPS Ausrüstung kann von der Sektion ausgeliehen werden.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Winterliche Adventsfeier der Familiengruppe
Heike Thüner-Riekenbrauck
Der schneereiche und kalte Winter bescherte der Familiengruppe, Anfang Dezember 2010, eine winterliche Schlittenwanderung durch den Bölinger Wald, in der Grafschaft.
Alle Familien waren mit Schlitten ausgerüstet. Die kleinen und großen Kinder hatten den größten Spaß beim gegenseitigen Ziehen auf den verschneiten Waldwegen. Im Eifer des Schlittenrennens wurde so manche Spur im Schnee auch einmal übersehen. Der eine oder andere entdeckte dann aber auch Tritte von Hase, Reh und Hund.
Mit Einbruch der Dämmerung erreichte die Gruppe die Hubertushütte, die uns der Eifelverein freundlicherweise, ohne Unkosten, zur Verfügung gestellt hatte. Hier konnten sich Klein und Groß am Lagerfeuer mit Punsch und Stockbrot aufwärmen. Besonders stimmungsvoll wurde es, als Adventslieder durch den Wald schallten. Mit einem frohen vorweihnachtlichen Gefühl verließen wir wieder den Wald.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Alpinkids werden vorbereitet
Ansgar Riekenbrauck
Vorgesehen ist, dass die Alpinkids (siehe Bericht: Alpinkids) als zusätzlicher fester Bestandteil der Familiengruppe des DAV-Sektion-Bonn vorbereitet wird.
Am 27.02.2011 war es so weit, ein erster Bestandteil der Alpinkids wurde in eine Familiengruppe integriert. Ein Zulauf an Familien zum Schnuppern war zu verzeichnen. Drei Familien, die noch keinen oder bislang nur wenig Kontakt zur Familiengruppe hatten, stießen zu den alt bekannten Familien hinzu. Insgesamt machten sich 6 Familien mit 5 Kindern im Kindergartenalter und 8 Kindern/Jugendlichen im Schulalter auf, um das Kartenlesen kennen zu lernen. Nachdem wir uns bei leicht regnerischem Wetter im Brohltal getroffen hatten, erhielten die Kinder die Möglichkeit, anhand von Informationstafeln mit Karteninhalten, ihren/unseren Stand- und Startpunkt zu bestimmen. Die größeren Kinder erledigten diese Aufgabe zielgerichtet und rasch. Für die Standortbestimmung auf einem weiteren Wegepunkt stand uns dann eine ebensolche Informationstafel zur Verfügung. Somit erhielten auch die kleineren Kinder die Möglichkeit der Orientierung. Um die Kinder in die Gestaltung von Karten einzuführen, wurde mit großer Neugierde aller Teilnehmer/Innen das Spiel: "Ich sehe was, was du nicht siehst", angenommen. Dieses Spiel diente zur Vorbereitung auf das Lesen von Kartenlegenden und der Sensibilisierung der visuellen Wahrnehmung wesentlicher Karteninhalte. Trotz des regnerischen Wetters fand das in Kleingruppen durchgeführte Spiel großes Interesse. Auf unserem weiteren 7 km langen Weg bewältigten die Teilnehmer/Innen die Aufgabe der eigenen Kartengestaltung, wobei aus Kartenlegenden entsprechende Items auf Wegekarten (ohne Items) ausgeschnitten und aufgeklebt wurden. Diese Aufgabe wurde mit Sorgfalt und großem Interesse von den Teilnehmer/Innen bewältigt. Zwischenzeitlich fanden kleine Diskussionsrunden, über die skizzierten Wege auf den Plänen und angemessene Items zur Kartengestaltung, unter den Gestaltern/Gestalterinnen statt. Auf unserem weiteren Weg erhielten, insbesondere die Kinder, eine Unterweisung in Gefahren des Weges (Steinschlag) und Gefahren des z.T. abschüssigen Weges (Steigweg; Gefälle). Die Pause mit einer ausgewählten Geschichte über ein Kind und seine Erlebnisse am See, welche von einer 13jährigen vorgelesen wurde, konnte trotz des Regens am Königsee des mittleren Brohltals genossen werden.

In weiteren Familiengruppenwanderungen sind unter anderem weitere Inhalte des Kartenlesens vorgesehen.
WEITERE TEILNEHMER/INNEN AN FAMILIENWANDERUNGEN SIND GERNE WILLKOMMEN!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Heiß auf Eis


Bernd Eilers

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Tourengruppe in den Berner Alpen
Fotos Albert Melter

Berner Alpen unterwegs.

Grindelwald vom Berghaus First Eiger Mittelegigrat
 
Eiger Nordwand Eiger und Jungfrau
 
Fiescherhorn Nordwand Wetterhorn
 
Schreckhorn
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Tourengruppe im Klettergarten
Fotos Albert Melter

Die Tourengruppe ist von Frühjahr bis Herbst draußen klettern

Kirn Helm auf zum Klettern Kirn Seilvorbereitung am Standplatz
 
Battert Verschneidung Battert Riss am Bockgrat
 
Battert Abseilen Ausbilder macht Pause in Dave
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Familiengruppe in Schnee, Sturm und Schiefer
Sigrid Braun und Max Ehlers
Eine Nachtwanderung stand im Dezember auf dem Wanderplan der Familiengruppe. Wer konnte ahnen, dass wir im Schnee gehen würden? Das Waldmemory fesselte die Aufmerksamkeit und schärft die Wahrnehmung.
 
Weiter ging es im Schnee Ende Januar. Wir trafen uns am Rhein zum Steinesammeln und Schatzsuche. Ein Quiz rund um Bröckeweibchen und -männchen erweiterte unsere Kentnisse der Bonn-Beueler Historie. Anschliessend in der Geschäftsstelle sammelten wir unsere Ideen für das Programm 2010 (siehe separater Artikel).
 
Dem Wintersturm Xynthia zum trotz machten wir uns im Februar vom Treffpunkt am Parkplatz aus auf den Weg durch das Langfigtal. Selbst der aufkommende Regen konnte uns nicht aufhalten. Und das sollte sich auch lohnen - bei der ersten Spielpause hörte es auf zu regnen und es blieb von da an trocken. Nachdem die Kinder 'Blindfisch und Bachflohkrebs' gespielt hatten ging es weiter. Wir überquerten die wasserreiche Ahr und gingen in mehreren Kehren auf einen oberhalb des Tales gelegenen Wanderweg. Bei einer weiteren Pause konnten die Kinder ihren Tastsinn spielerisch erkunden - beim Griff in eine Box sollten Gegenstände nur duch ertasten erkannt werden. Aufgrund des Sturms verzichteten wir auf die Wanderung zum Teufelsloch und stiegen wieder zur Ahr ab. Vorbei an der Jungendherberge gingen wir zum 'Café Blechkatze' wo wir uns stärken und aufwärmen konnten. Der Clou zum Abschluss war das Puppentheater das sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen gefallen hat.
 
Im März haben wir wieder ein tolles Stück Rheinsteig kennengelernt. Der Rheinsteig ist einfach genial angelegt und immer wieder ein Genuss. Zwar haben wir es von Linz "nur" bis Leubsdorf geschafft, aber auch die 3 jährigen liefen (fast ohne Murren) die anspruchsvollen Wege rauf und runter. Dank genialer Dramaturgie, sprich Eispause, haben alle sogar den Schlussanstieg zu den Autos zurück noch bewältigt. Und wenn oben noch ein Schatz wartet, dann will doch niemand als letzter oben ankommen?!
 
Im März haben wir wieder ein tolles Stück Rheinsteig kennengelernt. Der Rheinsteig ist einfach genial angelegt und immer wieder ein Genuss. Zwar haben wir es von Linz "nur" bis Leubsdorf geschafft, aber auch die 3 jährigen liefen (fast ohne Murren) die anspruchsvollen Wege rauf und runter. Dank genialer Dramaturgie, sprich Eispause, haben alle sogar den Schlussanstieg zu den Autos zurück noch bewältigt. Und wenn oben noch ein Schatz wartet, dann will doch niemand als letzter oben ankommen?!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Felsklettern im Aaregranit - Bilder und Impressionen
Albert Melter
Sylvia Abstieg zur Bergseehütte Hochschijen Südgrat
 
Hochschijen Abseilen Hochschijen
 
Free Solo Bergseeschijen Tiefblick
 
Bergseeschijen Sylvia Aufstieg Bergseeschijen Sylvia am Gipfelkreuz
 
Bergseeschijen Südgrat Bergseeschijen Albert vor Dammagletscher
 
Bergseeschijen Albert am Standplatz Bergseehütte
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bonn auf dem Dach der Welt, dem Mount Everest
Artur Rudolph
Ich habe mich sehr über die Gratulation des DAV/Sektion Bonn zu meiner Mount Everest Besteigung gefreut. Nachdem sich die Wogen wieder geglättet haben und ich wieder einer geregelten Tätigkeit nachgehe, habe ich nun die Zeit für ein paar Zeilen. Nach 45 Jahren beruflichen und familiären Aufbaus dachte ich mir 2001, dass es an der Zeit wäre sportlich aktiv zu werden. So trainierte ich für den l. Bonn Marathon, den ich im April 2001 erfolgreich absolvierte. Mit dieser sportlichen Grundlage begann meine Bergsteigerlaufbahn mit einer Wanderung über die Alpen von Oberstdorf nach Meran. Diese Wanderung gefiel mir so gut, dass ich gleich 4 Viertausender in Saas Fee dranhängte. 2002 folgte eine Überschreitung des Mont Blanc. Der Irrtum, der Mont Blanc sei der höchste Berg Europas, führte mich zu den Seven Summits. Mit dem Kilimanjaro wurde 2003 der Grundstein zum Seven Summits Projekt gelegt.

2004 war der Elbrus im Kaukasus an der Reihe. 2005 folgte mit dem Aconcagua der erste richtig hohe Berg. 2006 konnte ich den für mich sehr schweren Mount McKinley in Alaska besteigen. Im Herbst 2006 folgte der Kletterberg Carstensz-Pyramide mit einer 700 m hohen Kalkstei nwa nd. Anlässlich eines Besuches bei meiner Tochter in Australien erwanderte ich den Mount Kosciuzko 2007.

Im Dezember 2008 lernte ich am Mount Vinson in der Antarktis extreme Kälte kennen, mit minus 42 Grad und 70 km/h Windgeschwindigkeit. Danach fragt man sich als Flachlandtiroler und Westfale, ob denn der Mount Everest machbar sei.

Nach einem langen Training ging es am 1.4.2009 mit einer internationalen Expedition los. Über Kathmandu und Lukla erreichte ich das Basislager des Eve-rest (5.450 m) nach einem 90 km Trekking. Als wir unsere Akklimatisationsphase mit mehreren Aufstiegen bis Lager 3 in 7.300 m Höhe abgeschlossen hatten, stoppte uns eine Schlechtwetterfront aus Indien für fast 2 Wochen. Am 17.05.2009 öffnete sich ein Wetterfenster von nur 3 Tagen und ich konnte den Gipfel des Mount Everest (8.808 m) am 20.05.2009 um 05.30 Uhr bei bestem Wetter und minus 30 Grad erreichen. Schon am 22.05.2009 begann die Monsunzeit mit 1 m Neuschnee. Die Besteigung des Mount Everest war für mich eine große ausdauersportliche Herausforderung.

Auch aus höhenmedizinischer Sicht war diese Expedition sehr interessant. Sie verlangt größten Respekt und Demut gegenüber dem Berg. Umso größer ist das Gipfelglück, wenn man es geschafft hat!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Familiengruppe auf Vulkan- und Wassertouren
Sigrid Braun und Max Ehlers
Daß unser Sektionsnachwuchs das Zeug zu echten AlpinistInnen hat, zeigte sich im Juni beim Picknick im strömenden Regen in den Steinbrüchen des Stenzelbergs, das unsere Kleinen sehr abenteuerlich fanden. Fachkundige hobbygeologische Erläuterungen rund um das vulkanische Leben des Stenzelbergs durch einen Vater aus der Gruppe ließen auch die Erwachsenen die widrigen Verhältnisse vergessen und die abschließende Bastelaktion gab dem Ausflug die kreative Note.
Ein Zeltwochenende am Laacher See setzte das Thema Vulkanismus fort. Auf dem Vulkanpfad rund um die Ettringer Ley waren die Höhlen ein besonders aufregendes Highlight.
Beim Besuch des Naturkundemuseum Laacher See war vor allem der Eisbär eindrucksvoll.
Unsere kleinen Höhlenforscher traten im August wieder in Aktion im Nachtigallental des Siebengebirges. Mittels Spielen, Zeichnen von Kinderwanderkarten und viel Zeit für individuelle Erkundungen haben wir den Weg auf den Drachenfels als schönen gemeinsamen Tag erlebt. "Wandern ist ja gar nicht langweilig", meinte Merle, die zum ersten Mal dabei war und denselben Weg einige Zeit vorher mit ihrem Kindergarten anders erlebt hat.
Ins Wasser stiegen wir im September. Mit Sieb und Lupe ausgerüstet haben wir unter fachkundiger Führung einer Umweltpädagogin die Wassertiere des Klufterbachtals erkundet. Zu unserer aller Überraschung haben wir recht viele verschiedene Tiere gefunden und aus Art und Häufigkeit die Wasserqualität Stufe 2+ abgeleitet.
"Ich war auf einer Luftballonparty" berichtete Johann Ehlers nach der Sternwanderung zum 125 jähren Jubiläum. Für die Kinder gehören eben Luftballons zum Geburtstag ebenso wie die reichlich vorgefundenen Gummibärchen. Es war sehr schön, beim Zusammentreffen der Wandergruppen in der Geschäftsstelle andere aktive Mitglieder kennen zu lernen und gemeinsam auf das Jubiläum anzustoßen.
2 Geheimtipps der Eltern sorgten im unberechenbaren Herbst und Winter für rege Beteiligung:

Eine Nachtwächterführung auf Burg Blankenberg war unser Highlight im November."Wenn echte Ritter kommen, dann kämpfe ich mit meinem Schwert" so wurde die Fantasie der Jungs bereits im Vorfeld angeregt. Begleitet von Laternen und Geschichten unserer Nachtwächterin erlebten die Kinder einen eindrucksvollen Rundgang, den sogar die Kleinsten aus der Gruppe aufgrund zahlreicher Stopps zu Fuß bewältigen konnten.
Weihnachtsmarkt mit Kindern? Zur Waldweihnacht in der Grafschaft Bölingen ist dies möglich. Einen ausgiebiger Waldspaziergang mit Spielpausen und Abschluss auf dem Waldweihnachtsmarkt lockte zum Jahresabschluss.
Was plant die Familiengruppe für 2010?
Das Programm 2010 verspricht sehr abwechslungsreich zu werden. Im Januar möchten wir bei einem Planungstreffen unsere Ideen zusammentragen. Aufgrund zahlreicher Zugänge in der Familiengruppe reicht die Altersspanne der Kinder mittlerweile von 0- 11 Jahren.
Daher bildet sich momentan eine Familiengruppe Schulkinder, zu der gerne weitere Familien willkommen sind." Schwerpunkte im Programm bilden altersgerechte Unternehmungen in der Natur mit Geländeorientierung und Wetterkunde. Des weiteren arbeiten wir an einem regelmäßigen Kletteran-gebot für Familien.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ausbildungsreferent Bernd Eilers unterstützt Familienklettern und sichert Nachwuchs in der Sektion Bonn
Sigrid Braun
Auf sehr große Resonanz und Begeisterung in der Familiengruppe stößt das Angebot von unserem Ausbildungsreferenten Bernd Eilers, Kletterausbildung in der Familiengruppe durchzuführen. Im ersten Kurs vermittelte er den Eltern die grundlegenden Sicherungs- und Klettertechniken. Anders als bei den von den Hallen durchgeführten Geburtstagsevents, wo überwiegend die Eltern die Kinder sichern, kam es Bernd darauf an, den Erwachsenen ein Gefühl zu geben für die Kräfte, die beim Sichern eines Erwachsenen auftreten und zu zeigen, wie man sie beherrscht. Ein weiteres Angebot dieser Art findet in Kürze statt. Ein integriertes Angebot für die gesamte Familie folgt im kommenden Jahr, wobei Eltern und Kinder gleichzeitig betreut werden, was in besonderer Weise auf die Familiensituation eingeht. Beim letzten Kurs hat Bernd auf die Unterstützung seiner eigenen Familie zurückgegriffen und hatte mit seiner Frau Angela eine sehr erfahrene und begeisterte Unterstützung
Mit diesem Ausbildungsangebot von Bernd Eilers wird eine wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Familiengruppe in 2010 ihr Programm erweitern kann. Der Aufbau eines Bereichs Familienklettern ist in Arbeit, damit auch Schulkinder ein attraktives Angebot finden.
"Was der Familien gut tut, nützt dem Verein" - ein Beitrag im Panorama vom Dezember 2009 beschreibt die DAV Strategie, durch Familiengruppen den Nachwuchs nachhaltig zu sichern. Klettern und Klettersteig ist für die gesamte Familie spannend und trägt erheblich dazu bei, die Attraktivität der Familiengruppe zu steigern.
Bernd Eilers hat der Familiengruppe bereits weitere Termine zugesichert, die sowohl Hallenklettern als auch Klettersteigbegehungen beinhalten. Vielen herzlichen Dank an Bernd, durch dessen umsichtige und sehr erfahrene Ausbildung Eltern und Kinder gemeinsam erste Klettererfahrung sammeln. Es sind alle Familien der Sektion Bonn herzlich willkommen teilzunehmen und auszuprobieren, ob Klettern und Klettersteig eine gemeinsame Freizeitgestaltung ist, die ihnen Spaß macht.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
40. Geburtstag der Bonner Hütte
Sicher hätte August Froitzheim sich gefreut, wenn er diesen 40.Geburtstag "sei-ner" Hütte hätte miterleben können. Es war ein wirklich schönes Fest mit vielen Besuchern. Schon am Freitagabend waren etwa 20 Bonner da. Am Samstag kam dann noch die Skigruppe, die eine Wanderwoche im Anschluss an die Feierlichkeiten verabredet hatte.

Samstagmorgen wurde das große Festzelt aufgestellt, wer bei der völlig verreg-neten 30 -Jahrfeier vor 10 Jahren dabei war, weiß, wie nützlich das sein kann. Der Abend gehörte bis auf wenige Gäste der Sektion. Es lag nahe, für den Hüt-tenabend Herbert mit seinen beiden Mitspielern zu gewinnen, es war eine gute Wahl. Gleich vom ersten Lied an war Stimmung im Saal.

Als echte Rheinländer schunkelten alle in der Gaststube zu den Kärntner Liedern, schlugen den Takt oder machten eigene Bewegungen zur Musik. Es gab soviel zu lachen, dass wir an unserem Tisch erwarteten, am nächsten Tag Muskelkater davon zu haben.

Zu unserer großen Freude war auch die Landesvorsitzende NRW des DAV Heidi Cremer gekommen, um mit uns zu feiern.


Maria Genser, die erste Hüttenwirtin feierte eifrig mit und erzählte viel aus den ersten Jahren ihres Hüttenlebens. Ihre guten Erinnerungen überwogen bei wei-tem, obwohl sie viele Schwierig-keiten zu meistern hatte, schließlich war sie erst 19 Jahre als sie Hüttenwirtin wurde.

Die Festmesse war am Sonntag für 12:00 Uhr angesetzt, da der Pfarrer vorher noch an anderen Stellen zwei Messen zelebrieren mußte. Morgens nieselte es, der Himmel war grau und wir fürchteten, dass wir mit der Festmesse auf das Zelt ausweichen müssten. Inzwischen kam ein Helfer nach dem anderen, Verwandte und Freunde von Wilma, wie sich herausstellte ein eingeübtes Team, das jedes Jahr zur Bergmesse auf die Hütte kommt und so klappte Getränkeausschank, Speisenausgabe, Kassieren… reibungslos.

Wie verabredet kam auch Ingenieur Steinbacher zum Fest, früh genug, dass wir gemeinsam mit unserem Kassenwart Hans Werner Bettinger die Einzelheiten des Baus der Biokläranlage besprechen konnten. Der Baubeginn ist im September, zeitig genug vor dem Frost. Die Bepflanzung soll allerdings erst im Frühjahr stattfinden.

Da Herr Steinbacher früh genug gekommen war, blieb auch noch Zeit, über die aufgetretenen Mängel an der von Herrn Steinbacher gebaúten Filttersackanlage auf der Bonn-Matreier- Hütte zu sprechen, wir hatten bei unserer "Hüttenbesichtigung - Kläranlage" sowohl ein tröpfelndes Rohr als auch eine völlig verzogene, nicht mehr verschließbare Tür festgestellt. Er wird sich noch dieses Jahr darum kümmern. Inzwischen hatte es tatsächlich zu regnen aufgehört, Petrus hatte ein Einsehen mit uns und von ½ 12 bis kurz nach 18 Uhr blieb es trocken, so konnte der Altar draußen neben dem Großen Stein auf der Wiese vor der Hütte gedeckt werden. Wilma hatte eine Kapelle bestellt, die sie schon lange für diesen Festtag ins Auge gefasst hatte, eine Musiklehrerkapelle mit Mitgliedern aus mehreren Ländern Ös-terreichs. Sie hatte damit einen sehr guten Griff getan. Die Kapelle spielte nicht nur zur Messe, sondern auch noch während des Feierns am Nachmittag in und vor der Hütte. Eine besondere Attraktion waren die beiden Alphörner, die einen wunderbaren Klang hatten. Alle Gäste waren begeistert von dieser Kapelle.

Nach der Messe hielt der Vorsitzende der Sektion Bonn, Christoph Klose, seine Festansprache, in der er nicht nur dem Zelebranten, Pfarrer Hörner von Rennweg dankte, sondern auch dem ersten Hüttenwirtspaar Genser, der jetzigen Hütten-wirtin Wilma Lesacher und ihrem Mann Sepp, aber auch der Gemeinde Rennweg und dem Fremdenverkehrsverein, die stets ein offenes Ohr hatten für die Anliegen der Bonner Hütte. Anschließend gratulierten die Ehrengäste der Sektion Bonn zu ihrem Festtag von l.n.r: Magister Johann Jury, Obmann der Sektion Gmünd; Sepp Lesacher: Pfarrer Hörner von Rennweg; Christoph Klose, Vorsitzender der Sektion Bonn; Heidi Cremer, Vorsitzende des Landesverbandes NRW; Adolf Lackner, Ehrenvorsitzender des Verkehrsvereins Rennweg; Franz Eder, Bürgermeister von Rennweg

Inzwischen wartete unsere Hüttenwirtin Wilma Lesacher darauf, dass sie ihr köstliches Festessen servieren konnte. Die Gäste saßen im Festzelt

oder in den Gaststuben, auf der Terrasse, an Tischen neben dem Zelt - und alles war voll besetzt, die Stimmung war bestens, dafür sorgte auch die Kapelle, die von einem Platz zum andern zog, in die Gaststube, vor die Gaststube, ins Fest-zelt, vor das Festzelt…. Und sie spielte bis abends um 18 Uhr.

Als es dann draußen nass wurde, wurde in den Gaststuben weiter gefeiert.

Die nächsten drei Tage waren für uns angefüllt mit "Verwaltungsbergsteigen". Der Schornsteinfeger war da gewesen und hatte eine lange Mängelliste ge-schickt. Gemeinsam mit Hans Werner Bettinger fuhren wir zunächst zu dem Schornsteinfegermeister und dann zu den einzelnen Handwerkern, nach Tams-weg, Gmünd, Spittal…. Die Hygienekommission hatte die Küche besucht und viele Mängel festgestellt, so sind Holzmöbel nicht mehr erlaubt in der Küche, da sie nicht ausreichend ab-waschbar sind und wir müssen Schränke, Regale, Tische durch Nirostamöbel o-der Edelstahl ersetzen.

Von Herrn Steinbacher hatten wir die Telefonnummer eines Ingenieurbüros aus Lienz bekommen, das sich mit der Reparatur von Blockheizkraftwerken beschäf-tigt. Da Siemens nicht in der Lage ist, das von ihm gelieferte BHKW zu reparieren und es ständig Ärger gibt, hatten wir schon lange nach einem solchen Fachmann gesucht. Morgens erhielt er den Anruf von der Bonner Hütte und mittags um 15 Uhr war er bereits da. Er sah sich alle Anlagen gründlich an, fand Fehler in der Anlage und wird in Zukunft das BHKW überwachen, es wäre sehr erfreulich und erleichternd, wenn wir mit ihm endlich einen Experten gefunden hätten, der noch dazu die Entfernung Lienz - Bonner Hütte in 1 ½ Stunden schafft und also auch bei Notfällen schnell erreichbar ist.

Der nächste Tag wurde dann sehr anstrengend, 8 Vorstellungsgespräche, Dauer 1 - 2 Stunden. Aber Hans Werner Bettinger hatte eine gute Kondition!! Es stellte sich heraus, dass keiner der Bewerber im AV war, keiner je eine Hütte geführt hatte, keiner sich die Hütte nach der Ausschreibung angesehen hatte. Allerdings gab es einige Köche bei den Bewerbern.

Auf der Bonn-Matreier Hütte hatten wir zufällig einen jungen Mann kennenge-lernt, der die Bonner Hütte gern pachten wollte. Er kam am Freitag zu einer Hüttenbesichtigung und am Montag zu einem langen Gespräch. Die Entscheidung fiel eindeutig für ihn und wie hatten auch am Mittwoch ein abschließendes Gespräch mit ihm. Wir waren froh, einen offensichtlich guten neuen Hüttenwirt gefunden zu haben. Als wir aber eine Woche wieder in St. Augustin waren, teilte er uns mit, dass sein Vater so krank geworden sei, dass er den elterlichen Betrieb übernehmen müsse. Sehr schade!

Vor den restlichen Handwerkerbesuchen war morgens noch ein Wunsch des Hauptvereins zu erfüllen, die Bonner Hütte gehört zu den kinderfreundlichen Hüt-ten und diese zeigen seit diesem Sommer deutlich diese Besonderheit durch ein Schild.

Unser Schatzmeister greift zum Bohrer, und jetzt ist es gleich beim Eintritt in die Hütte deutlich, das ist eine familienfreundliche Hütte. Als wir dann auch noch gemäß Auflage eine Brandschutztür und ein Brandschutz-fenster bestellt hatten, war unserem Schatzmeister klar: jetzt müssen das vom Hauptverein versprochene Darlehen in Anspruch nehmen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bilder von der 75-Jahrfeier der Bonn-Matreier Hütte (10. - 12. August 2007)
Herbert Westermann
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Familiengruppe mit Kindern in der Kletterhalle
Helga Mönig
 

Zum ersten Mal fand im März ein Treffen der Familiengruppe in der Kletterhalle mit Kindern statt. Nachdem Bernd Eilers zuvor an 3 Terminen den interessierten Eltern grundlegende Sicherungs- und Klettertechniken vermittelt hatte, profitierten nun zum ersten Mal die Kinder von den Kenntnissen. Mit jedem Kind wurde individuell geübt, den Klettergurt korrekt anzulegen, die Sicherung mittels Achterknoten durch-zuführen sowie die Regeln für das Hallenklettern zu respektieren. Anschliessend konnte es unter dem umsichtigen und erfahrenen Auge von Bernd losgehen. Auch die Eltern kamen nicht zu kurz und konnten in den Pausen der Kinder so man-che Route klettern. Hier zeigt sich, wie gut sich Familie und Sportklettern in der Gruppe vereinbaren lassen.

Weitere Termine in der Kletterhalle sowie zur Begehung eines Klettersteiges an der Mosel und/oder der Teufelsley sind noch dieses Jahr geplant. Gerne bieten wir auch eine weitere Einführung in die Grundlagen des Kletterns an. Interessierte Eltern können sich an Sigrid Braun, Max Ehlers oder Helga Mönig wenden. An dieser Stelle herzlichen Dank an Bernd, dessen bedeutendes zeitliches und fachliches Engage-ment dieses spannende Angebot erst möglich macht.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wie lernen Kinder Kartenlesen?
Sigrid Braun und Max Ehlers
 

Eine Schatzkarte zu lesen ist für Kinder hochspannend: Sie stellt aus Kinderperspektive die Landschaft dar - nicht aus der gewohnten Vogelperspektive, sondern gegenständlich und betont wichtige Merkmale

wie z.B. eine Brücke. Für die Kinder ist das Erkennen der Parallelen zwischen Karte und Wirklichkeit eine grosse Herausforderung, die Abstraktionsvermögen verlangt und ihnen Spass macht, zumal am Ende der Schatz lockt.

In der Familiengruppe haben wir gute Erfahrung gemacht, wie sich durch Schatzsuche und Kinderwanderkarten die Kinder für das Kartenlesen begeistern lassen. Im Februar wurde ein Schatz im Siebengebirge gesucht, hier war genaues Beobachten der Bäume und des Wegverlaufs gefragt.

Im Juni haben die Ritter der Löwenburg einen Schatz "vergessen". Die Schatzkarte war nicht so leicht zu enträtseln, gemeinsam ging's besser. Die Vogelperspektive der Burgumrisse war schwer verständlich, und wir lernten, dass beispielsweise eine Treppe gegenständlich gezeichnet für die Kinder besser erkennbar ist und die Lage zugeordnet werden kann.

Die Schatzkiste nehmen die Kinder hinterher gerne mit nach Hause, wo dann im heimischen Wohnzimmer die Schatzsuche weitergeht, und so die Abenteuer spielerisch wiedererlebt werden.
Im Mai waren Botanikkenntnisse gefragt, auf dem Weg gelöst wurden und zum Schatz führten. Die Fahrt mit der Kasbachtalbahn war für alle ein tolles Erlebnis.

Die Burg Olbrück war unser Ziel im April, wo uns die Brohltalbahn ein Stück hinbrachte. Spass mit Stöcken macht eine langweiligere Wegpassage spannend, zumal wenn das Ziel eine Ritterburg ist.

Ein Waldmemory schärft die Wahrnehmung für die kleinen Dinge in der Natur, wie wir bei der Wanderung der Sektion Schleiden auf die Burg Aremberg im April (im Schnee) erlebt haben.
Das Seil kommt auch immer wieder gut an, wie hier im Langfigtal im März, und bereitet uns auf die nächsten Kletterabenteuer am Fels vor.
Die Vielfalt dieser Touren der Familiengruppe ist möglich, weil alle Familien mitorganisieren: Wir bereiten abwechselnd die Touren vor, so dass immer neue Ideen und andere Schwerpunkte das Programm vielfältig machen. Insbesondere konnten wir im ersten Halbjahr 2008 die Familiengruppe weiterführen, obwohl wir selber wegen der Geburt unserer Tochter nicht immer mitorganisieren und teilnehmen konnten. Vielen Dank daher nochmals an alle Familien, die uns geholfen haben, diese Zeit zu überbrücken.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
"Man muss so gehen, wie's Herze schnauft" - Bericht vom Venediger Höhenweg
Ulrich Frey
 

Der Rat "Man muss so gehen, wie's Herze schnauft" stammt von Andreas Egger, einem der unbekannten "Sherpas der Alpen", die schwer bepackt bis in die dreißiger Jahre auf ihren Kraxen die Lebensmittel, das Material und die Einrichtung auf die Hütten am heutigen Venediger Höhenweg schleppten. Die Lasten werden heute weitgehend von Materialseilbahnen zu den Hütten befördert. Wir heutigen Hüttenwanderer wie Andreas W. und ich kommen schon ins Schnaufen, wenn wir nur unsere leichteren Rucksäcke die ca. 1400 Höhenmeter aus dem Virgental auf den im Vergleich mit anderen Höhenwegen weit oben gelegenen Steig (mittlere Höhe 2500 m) südlich des Großvenedigers (3667) tragen. Unsere Wanderung auf dem Venediger-Höhenweg hatten wir zunächst von Nordosten her um den Großvenediger (3667) nach Westen geplant, von

der Neuen Prager Hütte (2796) über die Badener Hütte (2608), die Bonn-Matreier Hütte (2750), die Eissee-Hütte (2521) und die Johannishütte (2121) zur Essen-Rostocker Hütte (2208). Die Wettervorhersage kündigte aber gerade für den Tag, an dem wir von der Badener Hütte aus über die kritische Galtenscharte (2882) zur Bonn-Matreier Hütte gehen wollten, schlechtes Wetter an. Da dieser Übergang bei zu erwartendem Schnee und Regen schlecht zu bewältigen sein würde, drehten wir die Tour um und begannen sie von Westen her am Morgen des 12. Juli (Samstag) von Virgen-Obermauern aus. Am Vortage waren wir dort mit dem PKW angekommen. Wir konnten noch die Wallfahrtskirche "Maria Schnee" mit den ausdrucksvollen gotischen Fresken des Simon von Taisten (gemalt 1448 - 1488) anschauen, ein meditatives Juwel Osttirols in dem beschaulichen Tal.

Der Weg zur Essen-Rostocker Hütte führte von Ströden über die Stoanalm, wo es die letzte Milch zu trinken gab, in ca. 3 Stunden über 805 Höhenmeter langsam steigend durch das Tal des Maurer Baches. Neben dem oberen Teil des Weges, kurz vor der Hütte, schossen die Wildwasser des Maurerbaches, von den höher gelegenen Gletschern stürzend, über die Felsen. Wasserspritzer wirbelten durch die Luft: eine eindrucksvolle Ankündigung der Gewalt, die in der Natur steckt. In der Hütte lernten wir einige der Gruppen kennen, die wie wir auf dem Venediger Höhenweg unterwegs waren, z.B. englische Frauen und Männer aus der Gegend des Lake Districts. Sie arbeiteten als ehrenamtliche Guides im dortigen National-park und waren jetzt auf einer ihrer jährlichen Touren durch die Alpen. Wir lernten auch Karen und Torsten kennen, ein junges Paar aus Rostock, das uns bis zum Ende der Tour begegnete.

Am Morgen des 2. Wandertages (Sonntag) stiegen wir bei Nebel über einen Kräfte sparend angelegten Weg zum Türmel-Joch (2790) hinauf. Das Wetter hatte sich verschlechtert. Die Sonne sahen wir nicht. Für die Nacht vom Montag auf Dienstag war Schneefall bis auf 2.200 m angekündigt - keine erfreuliche Aussicht. So wurden denn das Wetter und die Folgen daraus für die weitere Tour ein wichtiges Thema. Durch Nebel ging es vom Joch wieder ca. 669 m hinunter zur Johannishütte. Hier trafen wir auf viele Holländer, die sich mit ihren Bergführern trotz enttäuschender Wetterprognosen auf die Besteigung des Großvenedigers vorbereiteten. Dafür mussten vor dem Aufbruch zum Defregger-Haus noch die Knoten zum Einbinden in das Seil geübt werden.

Den höchsten Punkt der Wanderung erreichten wir am 3. Tag (Montag) auf dem Weg zur Eissee-Hütte auf der Zopetscharte (2958). Von Westen her war sie auf dem gut gebauten Weg leicht zu erreichen, auch bei heutigem Nebel und Regen. Der Abstieg zur Eissee-Hütte fiel schon etwas schwerer, weil der "Weg" wegen des Regens und des oben leise rieselnden Schnees nass und rutschig war. Die zur Erleichterung angebrachten Sicherungsseile lagen teilweise noch im Schnee. Steinschlag gefährdete uns nicht. Bergführer in der Johannishütte hatten aber andere Wanderer vor Steinschlag an der Zopetscharte gewarnt. Sie waren deshalb auf einer Variante des Venediger Höhenweges nach Südosten über die etwas niedrigere Sajatscharte (2750) zur Sajathütte (2575) ausgewichen. Dort machten Tafeln auf Steinschlag aufmerksam. Den Umweg über den oberhalb eines abenteuerlichen Kars und weiter

Sanderflächen schön gelegenen Eissee (2661) scheuten wir, weil wir wegen des schlechten Wetters und in Erwartung eines Gewitters möglichst schnell die Eissee-Hütte erreichen wollten. Auf dieser privaten Hütte trafen wir gegen 14 Uhr ein. Einen Trockenraum für unsere nassen Strümpfe gab es nicht. Durch die Fenster der schützenden Gaststube sahen wir bis zum Untergang der Sonne die Schneeflocken bis auf ca. 2300 Höhenmeter hinab rieseln - ein Wintermärchen. Ob es am nächsten Morgen besser aussehen würde und wir weitergehen könnten, war nicht sicher. Drei Decken im Lager reichten gerade aus, um die Kühle abzuwehren. Die Wetterprognosen konnten wir nur vom Wirt erfahren, weil wir wie schon an den Vortagen auf der Essen-Rostocker und der Johannis-Hütte weder einen Empfang über das Mobilfunknetz noch das Radio hatten. So übten wir uns in Geduld, lasen alpine Zeitschriften und Bücher oder klönten. Besonders interessant war ein Elternpaar aus Dresden, das mit seinen beiden Töchtern (7 und 9 Jahre) durch die Berge zog. Spannend las sich das Buch von Anke Bünz-Elfferding und Wieland Elfferding über die "Alpensherpas" mit Geschichten über die Hüttenträger im oberen Virgental. Auf die Besteigung des Wallhorner Törls (3045) und der Weißspitze (3300), die wir für diesen Tag noch geplant hatten, mussten wir verzichteten. Der Schnee, so unser Wirt und unsere eigene Abschätzung der Verhältnisse, lag so hoch, dass wir unsere Ziele nicht erreichen würden.

Der Schnee war zum Glück am nächsten Morgen (15. Juli, Dienstag) nicht hinderlich. So leerte sich die Hütte schnell. Unsere Dresdner Familie wagte sich mit den Kindern nach Westen über die vermutlich noch verschneite Zopetscharte zur Johannishütte. Der Weg von der Eissee-Hütte zur Bonn-Matreier Hütte führte erstmals über kein Joch. Wir starteten auch in der Hoffnung auf einen schönen Mittwoch. Die ersehnte Sonne sollte endlich durchbrechen! Vom Eselsrücken aus war die "heimatliche" Bonn-Matreier Hütte schließlich nur noch durch ein Tal getrennt. Viele Alpenblumen grüßten aus dem Gras des Plateaus, auf dem die Hütte steht. Im Haus empfing uns die Wirtin freundlich mit dem für Bonner Gäste üblichen Schnaps. Andreas und ich richteten uns im Rothmann- Zimmer ein. Die Umgebung der Hütte lud zu kleinen Erkundungstouren ein. Gedenktafeln in der Felskapelle der Hütte, an die in der Umgebung tödlich abgestürzten Frauen und Männer erinnernd, erneuerten unseren Respekt vor den objektiven Gefahren dieser Berge. In der Gaststube trafen wir bis abends alle wieder, die von der Johannishütte über die Sajathütte gelaufen waren: die Paare aus Leverkusen, Hamburg und Rostock. Es gab ein freudiges Wiedersehen und Spaß beim gemeinsamen Essen und dem Austausch von Erfahrungen. Anlass zu Umplanungen bei allen war die schlechte Nachricht, die Galtenscharte (2882), notwendigerweise zu überschreiten auf dem weiteren Weg zur Badener Hütte, sei nicht mehr begehbar, Regen und Steinschlag habe den Steig zerstört, eine Reparatur würde längere Zeit in Anspruch nehmen. Wir beschlossen entsprechend unserer alten Planung am nächsten Tag zu bleiben.

Der (neue) Hüttenwirt Wolfgang Heinz und sein Team erfreuen mit einer kundig geführten Wandererherberge im Hochgebirge auf 2750 m Höhe mit gutem Essen (u.a. Buffet zum Frühstück für jeden Gast) und freundlicher Atmosphäre. Als ich Wolfgang Heinz den Herd seiner Küche reinigen sah, erzählte ich ihm aus dem Buch der "Alpensherpas" über Andreas Egger, den Träger der Bonn-Matreier Hütte, der 1932 alleine den 106 Kg (!) schweren Herd, gekauft in Lienz, von Prägraten aus auf die Hütte getragen hatte. Im nächsten Jahr, antwortete Wolfgang Heinz, sei ein neuer Herd fällig, aber Andreas Egger nicht mehr da. Auch der lange Firstbalken für das Dach der Hütte war von einem Mann auf dem Rücken durch das unebene Gelände hochgetragen oder vielmehr balanciert worden. Andreas Egger war es auch, der Anfang der 50er Jahre die Materialseilbahn zur Bonn-Matreier Hütte gebaut hatte, weil Träger zu erschwinglichen Löhnen nicht mehr zu bekommen waren. Die schwierigste Arbeit soll es gewesen sein, die Stützen der Seilbahn an Ort und Stelle zu bringen und das Seil auszuziehen. Die Träger und Trägerinnen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts halten einen hohen Anteil an der Entwicklung des alpinen Tourismus. Die schwere Arbeit bot ihnen Lohn und Brot in wirtschaftlich schwierigen Zeiten im Tal.

Am Mittwoch, dem 15. Juli, konnten wir den Venediger Höhenweg erstmals richtig genießen. Ein Zwischenhoch schenkte Sonnenschein von morgens bis abends. Wir nutzten die Chance, die Hausberge der Hütte zu "machen". Den Säulkopf (3209) und den Rauhkopf (3070) bestiegen wir jeweils über die Normalwege. Von oben genossen wir bei Sonnenschein herrliche Nah- und Fernblicke zum Großvenediger, zum Großglockner und zum Wiesbachhorn, in die Schobergruppe, zu den Sextener Dolomiten,

Sanderflächen schön gelegenen Eissee (2661) scheuten wir, weil wir wegen des schlechten Wetters und in Erwartung eines Gewitters möglichst schnell die Eissee-Hütte erreichen wollten. Auf dieser privaten Hütte trafen wir gegen 14 Uhr ein. Einen Trockenraum für unsere nassen Strümpfe gab es nicht. Durch die Fenster der schützenden Gaststube sahen wir bis zum Untergang der Sonne die Schneeflocken bis auf ca. 2300 Höhenmeter hinab rieseln - ein Wintermärchen. Ob es am nächsten Morgen besser aussehen würde und wir weitergehen könnten, war nicht sicher. Drei Decken im Lager reichten gerade aus, um die Kühle abzuwehren. Die Wetterprognosen konnten wir nur vom Wirt erfahren, weil wir wie schon an den Vortagen auf der Essen-Rostocker und der Johannis-Hütte weder einen Empfang über das Mobilfunknetz noch das Radio hatten. So übten wir uns in Geduld, lasen alpine Zeitschriften und Bücher oder klönten. Besonders interessant war ein Elternpaar aus Dresden, das mit seinen beiden Töchtern (7 und 9 Jahre) durch die Berge zog. Spannend las sich das Buch von Anke Bünz-Elfferding und Wieland Elfferding über die "Alpensherpas" mit Geschichten über die Hüttenträger im oberen Virgental. Auf die Besteigung des Wallhorner Törls (3045) und der Weißspitze (3300), die wir für diesen Tag noch geplant hatten, mussten wir verzichteten. Der Schnee, so unser Wirt und unsere eigene Abschätzung der Verhältnisse, lag so hoch, dass wir unsere Ziele nicht erreichen würden. in Richtung der Drei Zinnen, auf den Gletscher der Marmolada und zum Hochgall. Die vielen einzelnen Gipfel konnten wir leider nicht benennen. Aneinandergereiht war es eine Panorama-Kette voller Glanz und Leuchtkraft, die kein Foto fassen kann. Das war der gerechte Lohn für einige Tage Regen und Nebel. Der Abschied von diesen Aussichtsplattformen fiel schwer. Die Stimmung litt aber erheblich, als wir nach dem Abstieg in der Hütte von der Katastrophe hörten, die sich am Vortag am Zopetspitz (3198) ereignet hatte, über dessen Scharte wir gezogen waren. Zwei Frauen, eine Gastwirtsfrau, Mutter von vier Kindern, und eine weitere Frau, Mutter von drei Kindern, beide aus Prägraten, waren am Zopetspitz über 300 m in die Tiefe gestürzt und tot.

Am Donnerstag, dem 16. Juli, sollte die Galtenscharte zwar wieder begehbar sein, aber nach Auskunft unseres Wirtes nur eingeschränkt. Deshalb entschieden wir uns aus Gründen der Sicherheit, die 1447 Höhenmeter nach Virgen-Obermauern durch das Kleine Nilltal abzusteigen mit der Möglichkeit, noch am gleichen Tage von Innergeschlöß aus wieder zur Neuen Prager Hütte (2796) aufzusteigen. Wir wären dann den Rest unserer geplanten Tour auf dem Höhenweg von der neuen Prager zur Badener Hütte gelaufen und vor dort wieder ins das Tal. Alle Vegetationszonen durchschritten wir auf dem breiter und einfacher werdenden Weg nach unten. Blumen und Wiesen waren wieder unmittelbare Umgebung. Einmal im Tal, war die Begeisterung für die Höhe, Fels, Gletscher und Schnee aber verflogen, und wir beschlossen, die Tour abzubrechen, zumal die Aussichten auf besseres Wetter mit Ausblicken zum Großvenediger nicht gut waren. Wir blicken trotzdem auf eine schöne und ereignisreiche Tour zurück.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bergsteigen über dem Saastal mit der Tourengruppe
Albert Melter
 

In der letzten August- und in der ersten Septemberwoche 2008 befand sich eine Gruppe der Sektion Bonn in den Walliser Alpen, um Klettersteige und Hochtouren über dem Saastal kennen zu lernen. Frauke, Hansgünter, Uwe, Rolf (nur die erste Woche)

Die Teilnehmer vor den
4000ern vor Saas Fee
und ich hatten uns verabredet, in einer Ferienwohnung in Saas-Grund zu hausen und möglichst jeden Tag auf Tour zu gehen. Wir schafften das auch bei nur drei Regentagen. Die bergsteigerische Ausbeute waren sehr aussichtsreiche Wege im Fels und im Eis.

Der Höhepunkt war der Hohlaubgrat auf das Allalinhorn (4027 m), dessen Gletscher- und Firnpassagen sehr gut begehbar waren. Ich habe mich sehr gefreut, wie sicher meine Mannschaft auf Steigeisen unterwegs war. Dafür war dann das Felsstück des Gipfelaufbaus umso schwieriger. Es gab einen Stau der Seilschaften. Es zeigte sich, dass die Teilnehmer auch anderer Seilschaften, wenn das Gelände schwieriger wird, deutliche Lücken in den alpinen Fertigkeiten im Fels haben. Es ist nicht verkehrt, dass wir in Zukunft in der Tourengruppe das Thema "Basiswissen" zu den einzelnen Bergsportdisziplinen immer wieder ansprechen und vor den Veranstaltungen in unserem neuen Gruppenraum in der Geschäftsstelle konkret überprüfen. Im Gegensatz zu früheren Jahren ist die Felserfahrung deutlich geringer und manche Bergsteiger sind es nicht (mehr) gewohnt, im Fels selbstständig zu entscheiden, was in der Situation zu tun ist.

Andererseits sind die Bergsteigerinnen und Bergsteiger fit und voller Selbstvertrauen, so dass auch neuartige Touren auf Anhieb und mit überwiegend positiven Erlebnissen erfolgreich bewältigt werden. Ich bewundere die deutlich älteren Kameraden,

Jegihorn 3206m über der
Bergstation Kreuzboden
die einen der längsten und anspruchsvollsten alpinen Klettersteige der Schweiz, den auf das Jegihorn (3206 m) locker und voller Freude bewältigt haben. Da war auch eine spektakuläre 3-Seil-Brücke dabei, hundert Meter lang über eine Schlucht gespannt: Hansgünter und Uwe sah man noch Stunden später die Glückgefühle in den Gesichtern an. Frauke stieg den gesamten Klettersteig über hunderte Klettermeter durch Kamine, Verschneidungen, auf Graten und durch Wände vor - ohne auch nur eine Silbe der damit verbundenen Anstrengung zu widmen.

Es waren begeisternde Stunden und Tage, die wir auf Gletschern zwischen Lagginhorn und Weissmies, Lenzspitze und Nadelhorn verbrachten. Der leichte Klettersteig über den Nordwestgrat auf das Mittagshorn (3143 m)

Mittagshorn Nordwestgrat
und Allalihorn Hohlaubgrat
der neue, sehr lange Klettersteig auf die Mischabel-Hütten (3330 m) über den Distelgrat und am nächsten Tag die Hochtour auf das Ulrichshorn (3925 m)
Lenzspitze, Nadelhorn und Ulrichshorn
mit Steigeisen über den firnigen Südwestgrat waren die Höhepunkte der ersten Woche. Auch das Bergwandern über den sehr aussichtsreichen Allmageller Höhenweg, der leichte, felsige Allmageller Erlebnisweg mit mehreren Seilbrücken und die abschließende Gletschertour auf den Klein Allalin (3060 m) bei sich ankündigendem Wetterumschwung gehörten in unser Aktivitätsspektrum. Am Schluss waren wir uns einig, dass die beiden Wochen sehr abwechlungsreich mit einem spannenden Programm des klassischen Bergsteigens verlaufen waren, bei dem für alle Teilnehmer etwas Neues dabei war.
Sonnenrast auf der Allmageller Alp

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Klettern und Bergsteigen im Granit
Albert Melter
 

Eines meiner liebsten alpinen Gebiete sind die Bergeller Alpen im schweizeri-schen Graubünden. Die Fahrt von Bonn über Konstanz, Chur, Silvaplana und Maloja dauert in der Regel acht bis 9 Stunden. Aber es ist eigentlich zu schade, oh-ne Pause an den Oberengadiner Seen bis zur Talstation Pranzaira (1194 m) am Maira-Bach durch zu fahren. Eine Wanderung an einem der Seen entlang ist sehr zu empfehlen. Von Pranzaira fährt man dann mit der Seilbahn der Züricher Elekt-rizitätswerke zur Staumauer des Albigna-Sees hinauf (2096 m). Bis auf die Mauerkrone ist dann ein guter Weg unter die Beine zu nehmen. Dann beginnt der Hüttenweg über Gletscherschliffe und Wiesen zur Capanna da l'Albigna (2333 m) (Bild 3 die Kletterinnen Svea, Tamara und Sylvia in der Capanna Albigna) des Sektion Hoher Rohn des Schweizer Alpenclubs. Hüttenwarte sind Isabella Schär, gelernte Köchin, und Michel Anrig. Telefonisch ist die Hütte unter 0041 (0)81 822 1405 zu erreichen. Es gibt dort elektrischen Strom, Warmwasser und Duschen, kleine und große Räume mit den Lagern, sehr gute Gasträume und jede Menge Erfahrung mit allen möglichen Ausbildungsgruppen. Ab Mitte August ist die Hütte deutlich weniger belegt, vorher ist sie fast immer ausgebucht durch Bergsteiger, die das Bergell von Hütte zu Hütte durchwandern, durch Kletterer, die das enorme Felspotenzial kennenlernen wollen, und durch verschiedenste Jugend- und Militärgruppen, die dort zu Ausbildungszwecken untergebracht werden.

Sylvia hatte intensiv trainiert und wollte das Felsklettern und Bergsteigen im Granit kennen lernen. Gleich am ersten Tag stiegen wir von der Hütte bis zum See-Ufer hinab zum Einstieg in die Gletscherschliff-Felsrouten Wassersinfonie (V+, 5 Seillängen) und Via Lucia e Marcello (IV+). Weil die Felsen noch nass wa-ren vom Regen der Nacht, wählten wir die leichtere Route, die ebenfalls 5 Seillängen bereit hielt. Es war eine anregende Übung, den Sohlen zu vertrauen auf den Reibungsplatten, die ab und zu auch einmal einen kleinen Riss oder eine griffige Kante bereit hielten. Die Kletterei verlangte gute Fußtechnik und eine satte Portion Gleichgewichtsgefühl. Alles ging gut und nach einer Rast am Ausstieg aus der Route (Bild 2 Kletterer am Ausstieg der Roure Via Lucia) ging es wieder zu-rück zur Hütte. Dort trafen mittlerweile die Bergsteiger und Kletterer ein, die mit uns die nächsten Tage im Gebiet blieben oder die am nächsten Morgen zur Scio-ra-Hütte weiter ziehen wollten. Wir lernten die Kletterinnen-Seilschaft Tamara & Svea aus Thüringen kennen, die zu uns einquartiert wurden und morgens und abends willkommene Gesprächspartnerinnen waren.

Der nächste Morgen sah uns auf einer typischen Bergeller Gipfeltour zum Piz Casnil (3189 m) zuerst über Wiesen, Gletscherschliffe, auf einen langen Felsrücken, hinab zu einem kleinen Gletscher, hinauf in den Pass da Casnil Nord (2972 m), steil über eine Blockhalde zum Felsgrat, über diesen Richtung Gipfel. Das alpine Curriculum hielt vereiste Blöcke, abschüssige Eisflächen, kleingriffige und überhängende Felspassagen am Grat bereit. Wegen der verstrichenen Zeit und schlechter Abseilmöglichkeiten brachen wir die Tour auf dem Grat unter dem Gipfel ab. Es war auf jeden Fall ein gelungener Übungstag in wildem, selbstständig zu beurteilendem, alpinen Gelände. Orientierung im Fels, den besten Weg finden, das Seil richtig gebrauchen, Standplätze und Zwischensicherungen richtig einrichten, konnte ausgiebig trainiert werden und natürlich über Blöcke balancieren und ohne Steigeisen einen klugen Weg durch den vereisten Firn finden, ohne auf dem Gletscherchen in den riesigen Windkolk mit großer Spalte im tiefsten Grund zu fallen. Nach einem ganzen Tag im Gelände war der Tiefschlaf nach dem guten Abendessen wohl verdient.

Es folgte eine der großen alpinen Felstouren im Gebiet, der Südgrat auf den Pizzo Balzetto (2869 m) mit 16 Seillängen bis IV+ nach Topo, tatsächlich mussten Stellen V geklettert werden. Wir waren an zweiter Stelle der Reihe von 5 Seilschaften, die nach und nach von der Hütte her auf steilen Pfaden zum Einstieg hoch gestiegen waren. Dort wurde die Kletterausrüstung angelegt und gleich die schwierigste Stelle der ganzen Tour angegangen. Es folgten die unterschiedlichsten Kletteranforderungen von ganz leicht (II) bis ziemlich heikel. Die Standplatzhaken waren nicht immer zu finden, und so musste man auch selbst Stände einrichten und Zwischensicherungen legen können. Es gab manche aufregende Passage, in der man die Nerven im Zaum halten und die nachdrängenden Seilschaf-ten bremsen musste. Nach oben hin stimmte das Topo überhaupt nicht mehr und ließ etwa ein Viertel der Seillängen und Stände vermissen. Nach dem Gipfel bestand die aufregende Aufgabe darin, die erste Absteilstelle zu finden: nach 30 Horizontal-Metern auf dem Ostgrat ist sie rechts unterhalb, also in die Südwand gerichtet. Nach 50 Metern Abseilfahrt kommt eine zweite Abseilstelle mit weiteren 50 Metern zu einem guten Standplatz, von dem aus sich das Seil leidlich abziehen lässt. Dann geht es wieder eine Rinne aufwärts in die nächste Scharte im Ostgrat. Von dort kurz aufwärts am Ostgrat und dann in seine Nordseite hinunter, roten Markierungen entlang bis zur nächsten Abseilstelle in die Nordwand hinein. Nach 50 Metern Abseilfahrt quert man leicht in eine weitere Scharte im Ostgrat und steigt von dort auf einem Pfad eine Rinne nach Süden hinunter bis zur letzten Abseilstelle. Dann muss nach 50 Metern Abseilfahrt nur noch die Blockrinne hinab gestiegen und bis zur Hütte zurück gestiegen werden.

Die folgenden beiden Tage waren der Erkundung der großen Gletscher des Ge-biets gewidmet. Zuerst stiegen wir am Cantun-Bach zum Vadrec dal Cantun hinauf. Orientierung im weglosen Gelände und Überqueren von Bächen stand auf dem Programm. Am nächsten Tag war die wildeste und abgelegenste Ecke des Bergell dann auf dem Programm: der lange Weg zum und über den Vadrec dal Albigna ( Bild 1 Albigna - Gletscher und die Pizzi di Ferro) unter den Gipfeln der Pizzi del Ferro und Pizzo di Zocca. Zuerst war der lange Klettersteig auf der Westseite der Punta dal Albigna zu bewältigen. Dann galt es das riesige Blockfeld und die östliche Moräne hoch zu steigen, was nicht nur mühsam sondern auch gefährlich war, da sich auch große Blöcke bewegen können. Auf dem aperen Gletscher ging es dann bis unter den Passo di Zocca. Der Weg hinüber zum Rifugio Allievi-Bonacossa wurde inspiziert. Er war nun Ende August weitgehend ohne Trittfirn und über eine Rinne in steilen Gletscherschliffen nur heikel und mühsam aufwärts zu begehen. Im Abstieg muss er gesichert oder durch Abseilen bewältigt werden. Michel der Hüttenwart sagte, dass er kaum noch begangen wird. Nach dem langen Rückweg zur Hütte waren wir ganz schön geschafft und uns dennoch sicher, im nächsten Jahr wieder zu kommen, um weitere Touren in diesem herrlichen Bergell zu steigen und zu klettern.

Literatur:

Jürgen von Känel (2003). Schweiz plaisir sud. Reichenbach: edition filidor.
Schweizer Alpenclub (2008). Clubführer Bündner Alpen Band 4 Südliches Bergell, Disgrazia. SAC Verlag.
Paul Nigg (2004). Gebietsführer Bergell für Wanderer, Bergsteiger und Kletterer. München: Bergveralg Rother.
Schweizer Landeskarten 1:25000 Val Bregaglia Nr. 1276 und Sciora Nr. 1296.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Skifahrt Bonner Hütte 2008
Felix Schroedter
 

Vom 01.-16.03 2008 waren aus 6 Sektionen des DAV bis zu 17 Teilnehmer auf die Bonner Hütte in Kärnten zum Tourenskilauf und Schneeschuhgehen gekommen.

Nach einer rechtzeitigen Winterrückkehr luden mehrere Tage Pulverschnee auf reichlicher Altschneeunterlage, später Firnschnee in die wunderschöne weite und weiße Berglandschaft alle Teilnehmer zu zunehmenden Unternehmungen ein.

Mechthild und Ingrid, die unermüdlichen Schneeschuhgeher, konnten Harald, Mi-chael und sogar Wolfgang für das Schneeschuhwandern begeistern. Die Skitou-rengeher zogen unermüdlich ihre Spur durch jungfräulichen, morgens glitzernden Schnee über die umliegenden Hänge und Höhen. Erstaunlich war die Vielfalt der Tierspuren. Reh- und Rotwild, Schneehase, Birk- und Auerhahn, Eichhörnchen, Wiesel u.a. kreuzten unsere Skispur. In den Karkesselflanken nahe dem Gemein-nock können auch Gämsen beobachtet werden. Erstaunlich war auch das laute Erwachen der zahlreichen Vogelarten. Trotz erhöhter waldwirtschaftlicher Nutzung deutet dies alles auf eine besonders im Winter noch wenig berührte Landschaft hin.

Am 08.03.2008 gratulierten der Bürgermeister von der Marktgemeinde Rennweg, Herr Eder, sowie sein Touristik-Mitstreiter, Herr Lackner 3 Teilnehmern zum zahl-reichen Urlaub auf der Bonner Hütte: Heide Dicke 30 Jahre, Gerhard Junker 30 Jahre und Felix Schroedter 25 Jahre. Der erste Hüttenwirt, Herbert Genser spielte mit seinem Akkordeon musikalisch, kärntnerisch auf, Skifreunde Eggerter aus Tamsweg/Lungau, eine DIA-Schau 30 Jahre Bonner Hütte ( made by peter dicke, Lüdenscheid ), unsere Hüttenwirtsleut Wilma und Sepp Lesacher mit Speis und Trank, ja alle trugen zu einem gelungenen frohen Jubiläumsabend bei.

Wie unsere diesjährigen zwei Himelaja-Trekkingteilnehmer Willi und Gisela muss-ten wir alle wieder feststellen, dass wir mit unserer Bonner Hütte und ihren Wirts-leuten sowie den Kärntner Nockbergen und angrenzenden Hohen Tauern ein lohnenswertes Urlaubsziel hatten.

Bergferien 2008 - Kinder kommt in die Berge!
Sigrid Braun
 

"Mami, wieso fällt der Himmel runter?" so wundern sich die Kleinen über Regenwetter in den Bergen, doch von den Abenteuern kann es nicht abhalten. Los geht's!

Mit 24 wuselnden Kindern im Alter von 0-11 Jahren auf eine Hütte (Schwabenhaus, Montafon) für eine Woche zu gehen, ist eine Herausforderung für alle. Insbesondere wenn das Wetter nicht immer einladend ist, ist ein vielfältiges Programm gefragt, bei dem keiner zu kurz kommt.

Auch nicht das Eselchen, das mit Streicheleinheiten reichlich bedacht wurde. Es gehörte zur Kuhherde der benachbarten Alm, die abends beim Melken großen Eindruck machte.

Ein vielfältiges Programm entstand durch die verschiedenen Beiträge der Eltern. Eine Einführung in die landwirtschaftlichen Geräte beispielsweise interessierte nicht nur die Jungs. Der Landwirt aus unserer Gruppe wusste nicht nur Sachkundiges zu berichten, sondern brachte uns auch in die entsprechende Stimmung.

Spiele bei den Wanderungen unterwegs sind immer sehr beliebt. Beim Durchkrabbeln des Spinnennetzes konnten unsere Bergkatzen ihre Wendigkeit zeigen.

Feuer und Stockbrot waren der beliebteste Programmpunkt für die Kinder - wer von den Erwachsenen fühlt sich nicht an eigene Lagerfeuerromantik erinnert?

Bei Regenwetter kommt auch in der Hütte keine Langeweile auf. Damit nicht nur getobt und in den Stockbetten geklettert wird, kommen jetzt die "Spielemacher" zum Zuge: früh übt sich auch beim Schachspiel.

Einige Kinder fuhren als stolze Besitzer eines Taschenmesserführerscheins (ab 5 Jahren) nach Hause: Er "berechtigt" zum ersten selbständigen Schnitzen, bei dem einige wichtige Regeln beachtet werden müssen. Bei den noch kleineren Kindern sollte erst mal der "Anschauungsunterricht" beim gemeinsamen Gemüseschneiden genügen.

Wandern ist öde? - nicht bei uns! Die Wiese hinunter mitten in die Kuhherde hinein, auf der Direttissima auf den Gipfel kraxeln oder rundherum um Steinkreise - so macht Wandern Spass!

Beim Alpenverein sind natürlich auch die Allerkleinsten dabei. Mit Baby in die Berge erfordert ein wenig Vorsicht: Keine Bergbahn, nicht zu große Höhen und auf Unterkühlungsgefahr achten.

Wasserspiele muntern nach einer längeren Tour wieder auf: Je kleiner der Mensch, desto unerschrockener bei kalten Temperaturen.

In der Hütte zurück erstellen wir echte Kunstwerke: Der Weg wird nachgemalt. So bekommen wir einen Eindruck von den Erlebnissen unserer Kinder, und unsere Kinder ein Mitbringsel für zu Hause.

Keine Hosentasche, die nach einer Tour nicht prall gefüllt mit Steinen war. Auch hiermit lässt sich Kunst machen- die kleinen Steinfiguren bekamen sogar Augen.

Wenn's dann doch mal so richtig heiß wurde, haben wir uns in die Bürser Schlucht verzogen, wo wir am Flussufer Dämme bauten oder mit Landart unserer Kreativität freien Lauf ließen.

Oh weh, gegen Ende der Woche möchte niemand mehr so richtig laufen, und auch das Wetter spielt nicht mehr ganz so mit? Dann lockt eine Schatzsuche nochmal alle hervor. Die Kinder wurden mittels bunter Gummibärchen in verschiedene Gruppen gelost. Die Erwachsenen bildeten die Stationen, an denen die Kinder Fragen beantworteten, um das nächste Puzzlestückchen zu bekommen. Welche Blumen hier sind essbar? Auf welcher Seite des Baumes wächst Moos? Wer legt den nächsten Kreis um unser Blumenmandala? Wieviel Meter Holz lagert hier? Wie steche ich ein Wildschwein ab? Am Schluss konnten wir das gesamte Puzzle zusammenlegen und den Schatz heben.

Geschafft! Die Hauptorganisatoren Eva-Maria und Rudi sind froh, dass alles gut geklappt hat. Sie waren es, die bei der Vorbereitung nicht nur an das große Ganze, sondern auch an vermeintliche Details wie Küchenhandtücher und laminierte Kopien für den Taschenmesserführerschein dachten. Vor Ort galt es, die Touren vorzubereiten, das Wetter zu beobachten und die Essensvorräte aufzustocken. Trotz vieler helfender Hände sind die beiden immer wieder am meisten gefragt. Eine Bergwoche mit mehr als 40 TeilnehmerInnen erfordert nun einmal viel Planung und Umsicht bei der Durchführung. Eva-Maria und Rudi, ganz herzlichen Dank, dass Ihr uns allen diese schöne Woche ermöglicht habt!!!

Kleinkinder klettern
Sigrid Braun
 

In der Familiengruppe Kleinkinder wurde in den vergangenen Monaten viel geklettert:

Hoch hinauf ging es auf die Erpeler Ley (im Juni).

Eine tiefe Schlucht wurde mithilfe einer Burma-Brücke überquert (im September)

Hüttenwochenende
Sigrid Braun
 

Die Familiengruppe für Kleinkinder hat das erste gemeinsame Hüttenwochenende erlebt. Ende Oktober haben sich 3 Familien in Nideggen getroffen.

Mit Wanderstock und Kinderwagen zog die Familiengruppe los.

Ein Schatz wurde gefunden: Das GPS Gerät hat den Weg zum Schatz gezeigt. Es ging querfeldein, hoch hinauf bis gut versteckt der Schatz gefunden und gehoben wurde.

Ein Kinderkletterfelsen war einer der zahlreichen Stopps während der Wanderungen.

Eine Schranke im Wald öffnete sich nach Zahlung von Eicheln und Edelsteinen.

Abends in der Hütte wurde gespielt mit den gesammelten Eicheln und Edelsteinen.

Durch die Hohen Tauern bei Regen, Nebel und Schnee
Ulrich Frey, Wanderleiter
 

Wir hatten uns alle auf eine zünftige Begehung des Tauern-Höhenweges und einige Schmankerl, u.a. die Besteigung des Ankogels (3.246 m) gefreut: Sabine, Andreas, Matthias aus München, Wolfgang, Ramin und ich. Die Tour war ausgearbeitet, alle gut vorbereitet, ausgerüstet und miteinander bekannt, nur das Wetter machte wegen starker Schneefälle Sorgen. Deshalb hatte ich schon Notfallplanungen im Rucksack. Am Freitag, dem 4. August, wollten wir abends von Bonn-Beuel mit dem Urlaubs-Express nach Salzburg fahren. Etwa zwei Stunden vor Abgang des Zuges rief der Wirt des Niedersachsenhauses (2.471 m) von oberhalb des Gasteiner Nassfeldes, der ersten vorgesehenen Station unserer Wanderung, an und teilte mir mit, der Tauern-Höhenweg sei wegen zu starken Schneefalls nicht begehbar. Weil keine Gäste kommen könnten, schließe er die Hütte für ein paar Tage. Damit war unser Routenplanung Makulatur. Noch am Bahnhof entschieden wir, die Tour mit einer den Witterungsbedingungen angepassten neuen Route trotzdem zu gehen.

So wurde denn die Hagener Hütte (2.446 m), an einem der alten Tauernübergänge und an der Grenze zwischen Salzburg und Kärnten gelegen, nach ca. 3 Stunden Aufstieg von dem wolkenverhangenen Boden des Gasteiner Nassfeldes (1.588 m) aus am 5. August unser erstes Ziel. Hier kreuzen sich der Tauern-Höhenweg auf dem Alpenhauptkamm in Ost-West-Richtung und der Alpenübergang von Nord nach Süd nach Mallnitz. Eigentlich wollten wir erst nach einem Besuch des benachbarten Rauriser Tales hier nächtigen. Da der projektierte Weg wegen starken Nebels, Regens und Schnees aber nicht ratsam war, beschlossen wir, in das wettterfreundlichere Kärnten auszuweichen, wie die Gasteiner Wanderer dies immer tun, wenn es auf der Alpennordseite zu garstig ausschaut. In der Hagener Hütte wurden wir von den Wirtsleuten Sissi und Hans als die einzigen Übernachtungsgäste freundlich empfangen. Alle anderen Gruppen hatten wegen des schlechten Wetters abgesagt. Die Stube und das Lager der Hütte waren ungemütlich kalt. So aktivierten wir unsere Energie zur detaillierten Durchplanung der neuen Route. Der Wirt erzählte uns von den Schwierigkeiten, die Hütte zu führen.

Am nächsten Sonntagmorgen stiegen wir dann in Richtung Mallnitz (1.191 m) nach Süden ab, zuerst durch Sturm und Regen, vorbei an der Ruine des alten Tauernhauses, das den Säumern und Wanderern früher als Schutzhütte gedient hatte. In der Gaststube der Jamnig-Alm (1.745 m), wo es schon nicht mehr nass von oben herabkam, genossen wir Wärme. Unser Tagesziel war das Arthur von Schmid-Haus (2.275 m) idyllisch am Dösener See in einem Seitental von Mallnitz unterhalb des Säulecks (3.086) gelegen. Hier mündet der Reiseck-Höhenweg ein und führt der Steig über die Mallnitzer Scharte zur Giessener Hütte, den Ausgangspunkt der Wanderungen zur Königin der Hohen Tauern, der schönen Hochalmspitze (3.360 m), im Volksmund "der Hochalmer" genannt. Den arg langen Hatscher durch Mallnitz bewältigten wir mit "Karins Taxi". Über mehrere Stufen und schöne Böden mit Erlen und Zirben und über Bäche im Angesicht eines Hängegletschers stiegen wir in 2 Stunden von der Konradhütte (1.816 m) zum Arthur-von-Schmid-Haus Schwierigkeiten mit dem bröseligen und rutschigen, teilweise vermoosten Untergrund. Sie erlebten aus sicherer Entfernung einen Steinschlag von den Felshängen am Wege.

Das Wetter war besser geworden, so dass wir unseren Plan verwirklichen konnten, über den Alpenhauptkamm zurück in das nördlich gelegene Gasteiner Tal zu wandern. Am 8. August ließen wir uns von der Mallnitzer Ankogelbahn bis zur Mittelstation (1.938 m) befördern. Wir wollten auf dem direkten Weg zu dem zweiten, uralten Tauernübergang, dem Korntauern (2.460 m), aufsteigen, fanden uns aber auf dem längeren und Umweg in Richtung Hannoverhaus (2.722 m) wieder. Wir hatten den richtigen Abgang verpasst! So kamen wir in den Genuss des Teilstückes des Tauernhöhenweges vom Hannoverhaus zum Korntauern, den wir nach dem alten Plan in umgekehrter Richtung hatten begehen wollen. Heute wäre das ohne Sicherheitsbedenken möglich gewesen. So genossen wir eine trockene und abwechslungsreiche Wanderung über das Lugetörl (2.384 m) und den kleinen Tauernsee unterhalb des Korntauern ohne erhebliche Höhenunterschiede. Die standen uns dann aber beim Abstieg vom Korntauern nach Böckstein (1.172 m) im Gasteiner Tal bevor. Der sehr steile Weg aufwärts von Böckstein zum Korntauern ist einer der schönsten Wanderwege im Gasteiner Tal, weil durch die verschiedenen Vegetationsstufen und über vielfältige Geländearten, durch Fels, Lärchen- und Zirbenbestände, ein Hochmoor, durch steindurchsetzten Urwald und an Wasserfällen vorbei führend. Bergab ist er aber schwerer zu bewältigen als bergauf. Mit unseren Rucksäcken brauchten wir fast vier Stunden durch den steilen Bergwald nach unten, eher wir am Bahnhof Böckstein ankamen. Unsere Knie freuten sich über das Ende dieses Wegstückes. Ein Zug nach Bad Hofgastein, wo wir uns in der Pension "Enzian" eingemietet hatten, fuhr nicht mehr. So mussten wir eine Taxe mieten, um den längsten und anstrengendsten Tag dieser Tour abzuschließen.

Wir hatten die Hoffnung auf gutes Aussichtswetter noch nicht aufgegeben und stiegen am 9. August auf den 2.467 m hohen Gamskarkogel, einen Grasberg, von dem man bei schönem Wetter bis zum Hochkönig und Dachstein im Norden, zum Großen Hafner im Südosten, zum Hohen Sonnblick und Großglockner, Großen Wiesbachhorn usw. im Westen blicken kann. Der Gasmkarkogel liegt in dem Kamm von Grasbergen, die von Süden nach Norden, vom Salzachtal zum Alpenhauptkamm der Hohen Tauern führen. Wir wählten den Weg von der Rastötzenalm (1.740 m) über die Schmalzscharte (2.159 m, Übergang ins Arltal), den Tennkogel (2.333 m) und den Frauenkogel (2.424 m). Auch auf diesem Abschnitt durch nasses und deshalb an abschüssigen Stellen gefährliches Gras gingen wir nur im Nebel. Die schöne Aussicht holten wir in der Hütte beim Wirt Ricci auf Ansichtskarten nach. Seine "Gasteiner Hütte" ist sehr einfach, einschließlich der sanitären Verhältnisse. Das "Bad" zum Beispiel befindet sich außerhalb der Hütte und besteht aus einer Schüssel, mit der man sich Wasser aus einer Tonne schöpfen muss. Die Attraktion der Hütte war Ambros-Leonhard (10 Monate), dem die Wirtseltern in einem der beiden Gasträume ein Kinderzimmer eingerichtet hatten. Unsere Menschenkenntnis konnten wir an zwei einzelnen Wanderern üben, die wie einsame Wölfe durch die Berge zogen. Einer von diesen verschaffte dem Wirt eine gute Zeche. Am folgenden Morgen stiegen wir - immerhin schon bei Trockenheit und relativ guter Sicht - vom Gipfel zur Tofererscharte (2.091 m, Übergang ins Arltal) hinunter, von dort ohne Weg über den Kamm des Throneck (2.214 m) und des Kreuzkogel (2.325 m), in ein abgelegenes Gebiet mit vielen Gemsen, das von Touristen sonst nicht besucht wird. Einige Tiere konnten wir bei besserem Wetter vom Grat des Sattelbodens aus auf dem Weg zum Alpengasthaus "Poserhöhe" (1.505 m) beobachten. Dort gab es ein verdientes kräftiges Essen. Ein Teil der Gruppe wanderte über den Gasteiner Höhenweg mit ständigem schönen Ausblick auf das Gasteiner Tal in zwei Stunden nach Bad Hofgastein, ein anderer stieg zum Malerwinkel des Louis Trenker und zum "Grünen Baum" ab und fuhr mit dem Bus über Bad Gastein zurück nach Bad Hofgastein.

Ein glücklicher Zufall wollte es, dass wir just die Tour noch nachholen konnten, die für den Anfang der Wanderwoche geplant war: Aufstieg vom Gasteiner Nassfeld (1.588 m) zum Niedersachsenhaus (2.471 m) und Abstieg in das innerste Rauriser Tal unter dem Hohen Sonnblick (3.105 m) nach Kolm-Saigurn, im westlichen Nachbartal des Gasteiner Tals. Die Tour an diesem Freitag führte Fritz Zettinig von der Bad Hofgasteiner Kurverwaltung für Einheimische und Gäste. Wir schlossen uns an, weil seine Führungen nach meinen Erfahrungen immer sehr lehrreich sind und wir den aufwändigen Transport per Bus nicht selbst organisieren mussten. Vom Nassfeld aus stiegen wir bei trockenem Wetter, das in Wolken gehüllte Schareck (3.122 m) mit seinem breiten Gipfel und den bekannten Schareck-Rinnen immer links von uns, durch das Sieglitztal bergan. An den Hängen des Schareck tummelten sich Gemsen. Das Niedersachsenhaus, eine gepflegte Hütte, empfing uns mit warmen Speisen, z. B. mit einer leckeren Kaspressknödelsuppe, zu einer ausgedehnten Rast. Der Wirt versicherte mir gegenüber noch einmal, der Aufstieg wäre eine Woche vorher nicht ratsam gewesen, weil wegen 15 cm Neuschnees die Markierungen nicht sichtbar gewesen seien und die Hütte deshalb zugesperrt worden war.

Beim Abstieg über die Riffelscharte konnten wir in südlicher Richtung die Hänge erkennen, wo ab dem 16. Jahrhundert in 2.340 m Seehöhe Knappen (durchschnittliche Lebenserwartung 40 Jahre!) ganzjährig goldhaltiges Gestein abbauten. Es wurde im 19. Jahrhundert von der heute noch als Ruine erhaltenen Aufzugsmaschine des "Rad"-Haus (2.177 m) in Truhen auf Geleisen über eine Holzkonstruktion in das Tal "geseilt". Heute ist der Goldbergbau nicht mehr rentabel. Aber nicht vegessen ist der Rauriser Knappe und spätere Gewerke (Bergwerkseigentümer) Ignaz Rojacher, der Ende des 19. Jahrhunderts u.a. die älteste österreichische Wetterwarte auf dem Hohen Sonnblick initiierte und eine Telefonverbindung zwischen Rauris und dem Gipfel des Hohen Sonnblicks herstellte. Weiter ging es am Ammererhof vorbei in den Rauriser Urwald, einen naturbelassenen wilden Blockwald, aufregend wegen seiner 80 Tümpel und Seen, Felsformationen, lebenden und toten Bäume, seltenen Pflanzen und Tieren, durch den ein halbstündiger Lehrpfad führt. Am Lenzanger (1.550 m) trafen wir auf das Ende der Mautstraße, deren Beginn wir nach einer Stunde Wanderung über einen alten Knappensteig am Wirtshaus Bodenhaus (1.230 m) erreichten. Der Bus schaukelte uns dann durch das ruhige und schöne Rauriser Tal in "die Gastein" zurück, wie diese kleine schöne Welt von den Einheimischen genannt wird. In 43 Wanderstunden an 7 Wandertagen sind wir insgesamt 4.928 Höhenmeter aufgestiegen und 6.718 Höhenmeter abgestiegen.

Auf Hohen Wegen durch das Bergell
Albert Melter
 

Mit Frauke Kunitz, Gisela Schindelin und Horst Kessel war Anfang Juli 2006 verabredet,

zwei Wochen von Hütte zu Hütte auf einer nördlichen und dann auf einer südlichen Route durch die Bergeller Berge zu steigen. Die Anreise in den Schweizer Kanton Graubünden nach Silvaplana-Surlej erfolgte mit einem Pkw, der in Surlej auf dem Ortsparkplatz abgestellt

werden durfte. Dann ging es in die Talstation (1850 m) der Corvatsch-Seilbahn, um auf die Mittelstation Murtel (2700 m) zu gelangen. Ab hier ging es dann zu Fuß auf die Fuorcla Surlej (2755 m). Nachdem ein Schauer überstanden war, gaben die Wolken auch die berühmte Sicht auf den Piz Bernina, Piz Scerscen und Piz Roseg frei. Während die Gletscher hoch hinauf bereits aper von der Juni-Schmelze waren, glänzten die Firne des Bianco-Grates, Scerscen-Nordgrates und Roseg-Nordostgrats in ihrer weißen Pracht. Noch ahnte niemand die bevorstehende Hitze des Juli 2006.

Obwohl sich unsere Schultern erst noch an die Gewichte der Durch-querungsrucksäcke gewöhnen mussten, schritten wir munter aus zur Chamanna Coaz (2610 m), die vorne auf einem Felssporn über den Roseg- und Sella-Gletscher und ins Roseg-Tal bis nach Pontresina hinaus zu schauen gestattet. Der Zustieg war markiert und schneefrei, einige Bäche waren leicht zu queren. Dieser wenig anstrengende, erste richtige Bergtag förderte die Höhenanpassung, sodass am

nächsten Morgen der steile Anstieg über Moränen und Schutt auf die Fuorcla Fex-Roseg in guter Verfassung durchgeführt wurde. Mit Karte und Höhenmesser musste weglos orientiert werden, gelegentlich halfen Steinmänner. Warum dieser Hohe Weg nicht markiert wird, offenbarte dann der Abstieg ins Fex-Tal in der Mitte einer 50° steilen Rinne aus Geröll und Sand. Die Kunst solcher Abstiege besteht darin, dicht beieinander zu bleiben, damit nicht die oberen Bergsteiger die Steine auf die unteren hinab rollen lassen. Alles ging gut, obwohl nun die ersten Klagen über die anstrengenden, steilen und später flachen Felder mit großen Granitblöcken aufkamen. Dieses Wehklagen blieb auf allen unseren Hohen Wegen im Bergell - dem Karakorum der Alpen - denn hier muss man das Gepäck selbst über die Blockfelder balancieren, im Himalaya befördern das einheimische Träger. Aller-dings hilft man sich gegenseitig auf unseren Touren in den Alpen, so trage ich auch Ausrüstung anderer zusätzlich zu meiner eigenen, damit die Stimmung gut bleibt. Der Lohn

der Mühen waren die wunderschönen Seen auf der Hochebene unter den Felsen der Furtschellas. Der größte war der Lej Sgrischus (2618 m), obwohl ab hier der markierte Wanderweg ins Fex-Tal hinunter führte, konnten wir an seinem Südende die Bergeinsamkeit am Ufer genießen, während am Nordende eine Touristengruppe mit lautem Hallo das eiskalte Wasser testete. Am Nachmittag langten wir nach unendlich vielen Blumenhängen und Wasserfällen am Berghotel Fex in Curtins (1960 m) im mittleren Fex-Tal an. Dieses Berghotel ist in der Schweiz im Verzeichnis der berühmten Hotels enthalten. Es gelang mir im Vorfeld, eine Reservierung zu erhalten. Die Gastlichkeit, das Ambiente, die Natur ist einzigartig und im Winter und Frühjahr ist das Fex-Gebiet ein Schnee- und Ski-Traum - wer für so etwas die nicht geringen Franken-Budgets übrig hat, dem sei das Berghotel Fex besonders anempfohlen.

Im Halbpension-Preis enthalten war am nächsten Morgen die Fahrt mit dem Hotelbus nach Sils, wo wir den Postbus nach Maloja nahmen. Dort ging es dann wie geplant zu Fuß am Cavloc-See vorbei ins Forno-Tal auf den Forno-Gletscher und hinauf zur Capanna del Forno (2574 m). Es war windig, sonnig und ziemlich anstrengend vom kalten Klima und Eis des Gletschers durch die Affenhitze der extrem steilen und gefährlich rutschigen Seitenmoräne zur Hütte zu steigen. Das ging ans Eingemachte meiner drei Teilnehmer, ich bremste meinen Auftrieb immer wieder und wartete auf die Nachsteiger, aufmuntern und gemeinsam über die Moräne schimpfen, fotografieren und am Gegenhang den Weg für den nächsten Morgen auskundschaften - irgendwie gelangte man in die Hütte und dann regenerierten auch alle bei Frauke's leckerem Cappuccino oder Schoki und salzi-gen Süppchen, die sie uns anrührte. Der Sonnenuntergang war spektakulär und kündigte Schönwetter an.

Am nächsten Morgen ging es aber erst die grauenhafte Moräne wieder hinab, über den eiskalten Forno-Gletscher und eine noch schlimmere Moräne und wilde Blockfelder wieder hinauf in Richtung Casnil-Pass (2941 m). Das war eine stramme Hochtour mit einem steilen Schlussanstieg auf dem aperen Casnil-Gletscher. Rechts und links polterten die Steine auf diesen Gletscher, wer nicht mit Steigeisen und Pickel in der Mitte hoch stieg, der war ernstlich gefährdet. Alles ging gut und im Pass wurden in einer langen Mittagspause bei bester Sonne und gigantischer Sicht in die östliche, die Eis-Seite des Bergells, neue Kräfte gesammelt. Aber wie das so ist auf den Hochtouren der Hohen Wege im Bergell, der Abstieg zur Capanna

da l'Albigna (2333 m) hatte es in sich: Teilweise IIIer-Stellen im Fels, große und grobe Blockfelder, herrliche kleine Wiesenstücke dazwischen, traumhafte Aussichten auf die ganz großen Bergeller Berge, die östlich der Albigna vergletschert sind und westlich die wildesten Felsgestalten der Alpen bieten. Wir erinnerten uns der Veranstaltung der Tourengruppe vor Jahren in den Felsbergen der Albigna, wo ich mit den Teilnehmern - Frauke, Horst, Jörg - die berühmten langen Kletter-Routen der Spazzacaldeira, des Piz Balzet und der Punta Albigna im IV. und V. Schwierigkeitsgrad als Hohe Wege in Seilschaften kletterte. Es war Dankbarkeit und Freude in uns, diese Tage in einer der schönsten Kletterlandschaften der Erde erlebt zu haben.

Der nächste Tag war der anstrengendste der Hohen Wege. Zunächst musste zum Stausee abgestiegen werden und auf der anderen Seite begann der blau-weiß markierte Weg in den Cacciabella-Pass (2897 m). Auch dies war eine stramme Hochtour mit besonders anstrengenden Blockfeldern, die zu balancieren sehr viel Kraft kostete. Der Abstand zwischen mir und den Teilnehmern wurde später sehr groß, so dass ich beim Warten viel Zeit hatte für die einmalige Landschaft des vergletscherten Ost-Bergell. Über mir waren die zunächst nicht einsehbaren Felswände der Sciora-Gruppe. Im Pass-Einschnitt selbst, dorthin sind IIIer-Stellen zu klettern, war dann das Herz des Bergells in seiner unglaublichen Pracht sichtbar: die Nordost-Wände der Pizzi Gemelli, Cengalo und Badile. Vergleichbar Wildes gibt es auf der Erde noch im Karakorum und in Patagonien. Ich sah lange hinüber und erinnerte mich an unsere 28-Seillängen-Felstour

über den Hohen Weg auf dem Nordgrat des Pizzo Badile als Veranstaltung der Tou-rengruppe. Frauke, Horst und Jörg waren bei diesem Abenteuer dabei. Aber auch Kletterer aus weit entfernten Ländern. Frauke und ich erreichten den Gipfel zum Beispiel gleichzeitig mit einer Seilschaft aus Neuseeland. Der Pizzo Badile ist einer der berühmtesten Felsberge der

Erde und ein Berg, der heute noch diese Abenteuer des Bergsteigens gewährt. Ich empfehle jedem jungen Bergsteiger und Kletterer, einmal ins Bergeller Bondasca-Tal und auf die oberhalb gelegenen Alp-Gebiete Sciora und Furä zu reisen, dort Zeit zu haben zu schauen und diese steile Landschaft zu Fuß zu erkunden. Danach ist einem bewusst, worauf man sich in einem Kletterer-Leben freuen darf.

Zur Alp mit der Capanna di Sciora (2120 m) ging es anstrengend steil hinab. Die wirklich gefährliche Rinne nach dem Pass war frei von

Schnee und Eis aber eine Rutschbahn für Geröll jeglicher Größe. Ein Stahlseil und Ketten erleichterten den Abstieg, später auch neu aufgestellte Leitern, um über die Kante am Rinnenabbruch auf das in diesem Jahr tief unten befindliche, steile Schneefeld zu kommen, an dessen Auslauf dann endlose Granit-Blockfelder der Alp Sciora begannen. Während des beschwerlichen Abstiegs zogen Gewitter auf und entluden sich an den Felsriesen. Wir verstauten alles Metall im Inneren der Rucksäcke und nahmen die Pickel von den Rucksäcken, um keine Angriffsfläche als Blitzableiter zu bieten. Es ging alles gut und in der Hütte regenierten wir schnell. Aber die Haut der Füße von Frauke und Gisela war endgültig ruiniert, auch das Verpflastern brachte keine Linderung der Schmerzen mehr. Zwar gingen wir am nächsten Tag noch über den Viäl-Pass (2300 m) zur Capanna Sasc Furä (1910 m) weiter. Aber dort beschlossen die Teilnehmer abends den Abstieg durch das Bondasca-Tal nach Promotogno am nächsten Vormittag, um von dort mit dem Postbus nach Silvaplana-Surlej zurück fahren zu können und auf die Hohen Wege der Bergeller Südseite für das Jahr 2006 zu verzichten. Schweren Herzens schloss ich mich dem Wunsch meiner Gruppe an, obwohl ich gesund und fit für den zweiten Teil unseres Abenteuers war. Aber ich blickte dankbar auf diese Woche der Hohen Wege des Nord-Bergells zurück - ich war in einem der schönsten Gebirge der Erde unterwegs gewesen und konnte die unvergessenen Bilder so vieler wunderbarer Tage unseres Bergsteigens im Fels mit meinen Freunden wieder schauen.